Potsdamer Männerchor
"Als wir Anfang April 1990 zu einer Übungsstunde in den Nikolaisaal kamen, fanden wir unsere Einrichtung und unsere Noten zum größten Teil im Saal und auf dem Hof verteilt. Die Schränke waren aufgebrochen, der Flügel und die Stühle zertrümmert." Horst Köhn schreibt in seinen Erinnerungen in der Festschrift zum 150-jährigen Bestehen des Potsdamer Männerchores über dieses unerfreuliche Ereignis, als Jugendliche in den Nikolaisaal einbrachen und ihn verwüsteten. Dies war der unverhoffte Abgesang des Potsdamer Männerchores, der aus einer Fusion des Sängerchors und des Männergesangvereins hervorgegangen ist, im Nikolaisaal. Er hätte sich zwar sowieso eine neue Bleibe suchen müssen, denn die baulich unzureichenden Zustände des Hauses in der Wilhelm-Staab-Straße ließen kaum eine Probenarbeit noch zu. Das letzte Konzert des Chores hatte hier bereits am 2. Oktober 1977 mit Opern- und Operettenmelodien stattgefunden. Damit ist der Potsdamer Männerchor der Klangkörper, der am längsten den Nikolaisaal in Anspruch nahm. Unvergessliche Konzerte hat er hier absolviert. Die großen Werke, die Franz Schubert, Johannes Brahms oder Edvard Grieg für Männerchor schrieben, fanden eindrucksvolle Interpretationen. Natürlich sangen und singen die Herren immer wieder populäre Ausschnitte aus Opern besonders gern.